Keine Schadensersatzpflicht des Statikers bei Softwarefehler

OLG Köln, Urt. v. 31.05.2017 – 16 U 98/16

Beruht ein Fehler in der Tragwerksplanung lediglich auf dem Fehler einer üblichen Software, kann es am Verschulden des Statikers fehlen.

Der Beklagte war von der Klägerin mit der Statik des Bauvorhabens beauftragt. Nach Vorlage der statischen Berechnungen hatte der Prüfstatiker hieran zahlreiche Beanstandungen. Die Klägerin behauptete, aufgrund mangelhafter Tragwerksplanung sei es zu Bauverzögerungen und Mehrkosten gekommen, für die sie Schadensersatz verlangen könne. Ein im Prozess eingeholtes Sachverständigengutachten ergab fehlerhaft berechnete Mauerwerksnachweise, die auf Fehlern im benutzten Softwareprogramm zurückzuführen waren.

Das Oberlandesgericht (OLG) Köln hat in diesem Fall entschieden, dass ein Statiker die an ihn zu stellende Sorgfaltsanforderungen einhält und ohne Verschulden handelt, wenn er ein übliches Berechnungsprogramm verwendet. Dies gelte allerdings nur so lange, wie die Fehlerhaftigkeit des Programmes nicht für ihn erkennbar sei. Bei Hinweisen auf Berechnungsfehler, die vorliegend in den Beanstandungen des Prüfstatikers zu sehen waren, muss er die Ergebnisse zumindest auf Plausibilität hin überprüfen.

Praxistipp: Um als Statiker in diesen Fällen ein Verschulden auszuschließen, sollte bei Hinweisen auf Berechnungsfehler stets eine Plausibilitätsprüfung der Ergebnisse vorgenommen werden.

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